Aus für TPP – Trump will sich aus Abkommen zurückziehen

Laut Donald Trump sollen sich die USA sofort aus dem Transpazifischen Freihandelsabkommen TPP zurückziehen. Damit erhofft sich der zukünftige US-Präsident, Arbeitsplätze zurück ins Land zu holen. Doch die Aussetzung von Freihandelsabkommen ist der falsche Weg, denn sie sind nicht die Ursache für Arbeitsplatzverlagerungen.Quelle: Institut der deutschen Wirtschaft Köln, Dr. Galina Kolev

Köln, 22.11.2016 – Bereits am ersten Tag seiner Amtszeit will Trump die Beteiligung der USA am TTP-Abkommen mit elf Handelspartnern aus dem asiatisch-pazifischen Raum kündigen.

Die zu erwartenden wirtschaftlichen Folgen sind zunächst gering. Denn mit sechs dieser Länder unterhalten die USA bereits heute Freihandelsabkommen. Und diese haben viele Arbeitsplätze in den USA geschaffen, wie etwa die Entwicklung des Handels mit Australien zeigt. Die US-Warenexporte nach Australien sind seit dem Inkrafttreten des Freihandelsabkommens im Jahr 2005 um fast 60 Prozent gestiegen, der US-Überschuss im Warenhandel mit dem Land hat sich um fast drei Viertel erhöht.

Rückzug von TPP war zu erwarten

Der geplante Schritt von Donald Trump ist eine Bestätigung dafür, dass er den im Wahlkampf versprochenen Kurs der Isolation statt Integration tatsächlich verfolgen will. Das ist ein fatales Signal und lässt die Hoffnung noch weiter schwinden, dass der ohnehin schwache Welthandel neue Impulse durch mehr Freihandel bekommen könnte.

Eins ist klar – dieser Kurs wird keine Arbeitsplätze aus dem Ausland zurück in die USA holen. Denn diese haben das Land nicht aufgrund von Freihandelsabkommen verlassen. Die Entwicklung der letzten Jahrzehnte ist viel mehr auf die Unterschiede in den Arbeitskosten zurück zu führen. Die Stundenlöhne sind in den USA um ein Vielfaches höher als in den südostasiatischen Ländern. Es ist kein Wunder, dass arbeitsintensive Produktionslinien wie etwa die Textilindustrie, die wenig Know How erfordern, in diese Regionen verlagert werden. Dafür spezialisieren sich Länder mit einem hohen Humankapital und technischem Wissen wie die USA auf andere Tätigkeiten. Zum Beispiel auf Forschung und Entwicklung. Auf diese Weise wird der Kuchen nicht einfach anders verteilt, sondern wesentlich vergrößert.

Diese Entwicklung rückgängig zu machen, bedeutet auf die Vorteile des Globalisierungsprozesses zu verzichten. Das ist weder im Interesse der US-Industrie noch im Interesse der Verbraucher oder der Arbeitnehmer in den USA. Und es erscheint überraschend, dass ein Wirtschaftsvertreter wie Donald Trump dies nicht erkannt hat.

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