Ausbildung muss mehr sein als Kaffeekochen oder Fegen

Auszubildende haben in ihrer Lehrzeit nicht nur Pflichten, sondern auch eine ganze Reihe von Rechten. Darauf hat jetzt Nico Schönefeldt, Berufsbildungsexperte des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), hingewiesen.

Ausbildung U.Weinreich_pixelio.de
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Berlin, 26.05.2015 – Neben einem Arbeitsvertrag, einer angemessenen Vergütung, Urlaub oder einem Zeugnis stünden Azubis auch das Recht auf faire Arbeitszeiten, auf Schulbesuch oder auf die Vermittlung der Ausbildungsinhalte zu, betonte Schönefeldt gegenüber der Nachrichtenagentur dpa.

„Bei Jugendlichen richtet sich die Arbeitszeit nach den Regelungen des Jugendarbeitsschutzgesetzes, bei Volljährigen nach dem Arbeitszeitgesetz“, erklärte der DIHK-Experte. Demnach dürften Jugendliche nicht mehr als 8 Stunden täglich und nicht mehr als 40 Stunden wöchentlich beschäftigt werden.

Keine unbezahlten Überstunden

Bei Volljährigen sind 8 Stunden täglich an sechs Tagen in der Woche möglich, also 48 Stunden pro Woche, so Schönefeldt. „Die Arbeitszeit kann auch auf 10 Stunden täglich und 60 Stunden wöchentlich verlängert werden, wenn innerhalb von 24 Wochen im Schnitt nicht mehr als 8 Stunden werktäglich gearbeitet wird.“ Überstunden könnten anfallen, müssten aber extra bezahlt oder durch Freizeit ausgeglichen werden.

Als weiteres Recht des Auszubildenden nannte er den Besuch der Berufsschule. Der Betrieb ist verpflichtet, den Azubi hierzu anzuhalten und ihn für den Unterricht freizustellen. Denn: „Die Berufsschule vermittelt dem Azubi theoretisches Wissen, das die praktische Ausbildung im Betrieb ergänzt“, sagte Schönefeldt.

Passende Aufgaben für die Ausbildung

Mit Blick auf die passenden Aufgaben ist nach Ansicht der DIHK-Berufsbildungsexperten „etwas Fingerspitzengefühl erforderlich, da nicht gleich jede Tätigkeit, die nicht auf den ersten Blick mit der Ausbildung im Zusammenhang steht, ausbildungsfremd sein muss“.

Allerdings, so Schönefeldt: „Wenn jemand immer nur Kaffee kocht oder die Werkhalle fegen muss, ist das nicht zulässig.“