Bahnsignale mit rotem Licht künden Streik an

Bahnstreik aktuell – Hier bleiben Sie stehen

Die Fronten zwischen Bahn und GDL bleiben verhärtet, die Urabstimmung hat die Zeichen auf Streik gestellt. Pendler und Reisende müssen mit Zugausfällen, Verspätungen und überfüllten Zügen rechnen.

Bahnsignale mit rotem Licht künden Streik an
Die Signale stehen auf Streik

Berlin, 07.10.2014 – Der Arbeitskampf der Lokführer geht in die nächste Runde. Entgegen der Ankündigung von  GDL-Chef Claus Weselsky  vorläufig regional und nicht sofort flächendeckend zu streiken, werden von Dienstagabend 21 Uhr bis Mittwochmorgen 6 Uhr. deutschlandweit die Züge stillstehen. Das teilte GDL-Sprecherin Gerda Seibert soeben mit. Betroffen sind Fern-, Regional und Güterzüge sowie die von der Deutschen Bahn betriebenen S-Bahnen. Neben den Lokführern sind auch Disponenten, Bordgastronomen und Zugbegleiter in allen Eisenbahnverkehrsunternehmen der Deutschen Bahn zum Streik aufgerufen.

Forderungen der GDL sprengen den Rahmen

Als “größenwahnsinnig” wird Weselsky in Bezug auf die Forderungen der GDL gern bezeichnet.  Neben fünf Prozent mehr Lohn und der Verringerung der Wochenarbeitszeit um 2 Stunden will die GDL ihren Einflußbereich erweitern und für die Mitarbeiter der Speisewagen sowie für die Zugbegleiter mitverhandeln.

Chaos vorprogrammiert

Der Bahnkonzern weist die Forderungen als untragbar zurück. Vor allem die Ausweitung der Tarifverträge auf weitere Berufsgruppen würde unweigerlich zu einem Chaos führen, da je nach Gewerkschaftszugehörigkeit für gleiche Tätigkeiten unterschiedliche Lohn- und Arbeitszeitstandards gelten würden. Konflikte sind dann vorprogrammiert. Zur Verdeutlichung wurde sogar ein eigenes Erklärvideo zu diesem Thema erstellt:

Schonfrist für Reisende

GDL-Chef Weselsky versprach Bahnreisenden, die Streiks rechtzeitig bekanntzugeben, damit diese ihre Reiseplanung entsprechend anpassen können. Verständnis von den Bahnkunden wird er deshalb wohl kaum ernten. Der Frust über die Unannehmlichkeiten überwiegt, wird allerdings dann doch am Bahnkonzern ausgelassen. Dieser versucht dem entgegenzuwirken:  „Wir verstärken die Betriebszentralen mit weiteren Mitarbeitern und schicken Kollegen aus dem Innendienst oder Führungskräfte in die Bahnhöfe, um die Kunden bei Störungen besser informieren zu können“, sagte ein Bahn-Sprecher. Doch das wird kaum helfen, wenn die Lokführer dem Aufruf der Gewerkschaft folgen und die Loks an Knotenpunkten wie Hannover und Hamburg abstellen. Dann ist Stillstand vorprogrammiert.

Rechtzeitig über Fahrgastrechte informieren

Wer ein Sparpreisticket gebucht hat, kann dieses bis einen Tag vor dem ersten Geltungstag kostenpflichtig stornieren. Wenn die Streiks jedoch erst 12 Stunden vorher angekündigt werden, ist diese Frist verfallen. Die Bahn äußert sich auf Ihrer Internetseite dazu wie folgt:

Fahrgäste, die aufgrund von streikbedingten Zugausfällen, Verspätungen oder Anschlussverlusten ihre Reise nicht wie geplant durchführen, können ihre Fahrkarte und Reservierung im DB Reisezentrum oder in den DB Agenturen kostenlos erstatten lassen. Alternativ können Reisenden den nächsten – auch höherwertigen – Zug nutzen. In diesem Fall wird bei zuggebundenen Angeboten, wie Sparpreis-Tickets auch die Zugbindung aufgehoben. Ergänzend zu den freiwilligen Kulanzregelungen der Deutschen Bahn können die von Streiks betroffenen Fahrgäste auch die gesetzlichen Fahrgastrechte in Anspruch nehmen. Für Zeitkarten gelten die tariflichen Umtausch- und Erstattungsbedingungen. Für Verbundkarten kommen die Beförderungsbedingungen der jeweiligen Verkehrsverbünde zur Anwendung.

Quelle: http://www.bahn.de/regional/view/regionen/niedersa/info/streik_gdl.shtml

Weitere Informationen gibt die Bahn unter der kostenlosen Servicehotline: 08000-996633

Update: Die Deutsche Bahn veröffentlicht aktuelle Infos für Reisende und gibt weitere Hinweise zu den Erstattungsmöglichkeiten

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