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Code for Germany: Öffentliche Daten für alle

Die Stiftung „Open Knowledge Foundation“ will öffentliche Daten einfach und übersichtlich zugänglich machen. Informationen über öffentliche Einrichtungen, Baustellen oder die Wasserqualität in Städten und Gemeinden gibt es zwar, doch die Daten liegen in langen unübersichtlichen Listen versteckt auf offiziellen Webseiten.

 

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Das Projekt Code for Germany wurde ins Leben gerufen, um Programmierer anzuregen, Informationen von öffentlichen Stellen in  Apps und Internetseiten zu verwandeln, mit denen User schneller Antworten auf Fragen zu finden.

Erste Beispiele gibt es bereits, wie golem.de berichtet: In Ulm erstellten Programmierer eine interaktive Karte von Kindertagesstätten. Häkchen zeigen, ob dort Plätze frei sind. Die Stadt veröffentliche diese Informationen zwar auf ihrer Webseite, doch dort seien die Kitas nach Stadtteilen aufgelistet, sagt Stefan Kaufmann, der an dem Projekt arbeitete. Die Karte soll Eltern helfen, schneller eine Kita in der Nähe der eigenen Wohnung zu finden.

Die Entwickler hätten gerne mehr Daten zur Verfügung. „Die wirklich interessanten Datensätze gibt es noch nicht“, sagt Julia Kloiber, die das Code-for-Germany-Projekt leitet. Sie interessiert sich beispielsweise für die genauen Werte zur Luftverschmutzung, möchte wissen, wofür Steuern ausgegeben werden und wer öffentliche Aufträge bekommt.

Auch Bundesregierung interessiert

Die Bundesregierung zeigte erstes Interesse an dem Projekt. Vergangenes Jahr startete sie das Portal Govdata, auf dem Datensätze der Bundesbehörden zu finden sind. Die Webseite besuchten 5.000 Nutzer pro Monat, erklärt das zuständige Innenministerium – einen Ansturm kann man das nicht nennen. Das liegt auch daran, dass es hier nur die Rohdaten gibt. Die Tabellen voller Adressen und Zahlen begeistern Normalbürger kaum. „Interessant wird es erst, wenn es in einer coolen App dargestellt wird“, sagt Jens Fromm vom Fraunhofer Institut.

 Auch EU setzt sich für Nutzen öffentlicher Daten ein

Öffentliche Stellen verfügen über zahlreiche Informationen wie Wetter-, Verkehrs- und Grundbuchdaten oder Kartenmaterial. Diese sollen nach Wunsch der EU für Unternehmen nun besser abrufbar werden.

Die Europäische Kommission veröffentlicht Leitlinien für öffentliche Daten, die den Mitgliedstaaten helfen sollen, sich die Vorteile der neugefassten Richtlinie über die Weiterverwendung von Informationen des öffentlichen Sektors (PSI-Richtlinie) zunutze zu machen. Beraternews.net berichtet.