Haltestellenschild für Busse

Deutsche Post und ADAC stocken Fernbus-Angebot auf

Die Deutsche Post und der ADAC werden ihr Fernbus-Angebot erweitern. Das teilte Spiegel online mit. Demnach sollen ab August 60 statt 30 Städte angefahren werden.

 

Haltestellenschild für Busse
Bushaltestelle Gila Hanssen_pixelio.de

München, 23.06.2014 – Der Markt der Fernbus-Angebote boomt. Deshalb wurde die Nachricht, dass sich der ADAC und die Deutsche Post aus diesem Markt nach nur einem Jahr wieder verabschieden wollen, verwundert aufgenommen.

Doch statt Rückzug haben die beiden Unternehmen nun angekündigt, ihr Angebot zu erweitern. Ab Sommer sollen neben den bereits 30 Zielen 30 weitere dazu kommen. Zum ersten Mal sollen die Busse auch Ziele im Ausland anfahren. Ein Ziel ist dabei Zürich. Eine weitere Neuerung ist der Einsatz von Expresslinien, die auf einigen Routen eine Verkürzung der Reisezeit versprechen.

Startzeiten auf Bedarf abstimmen

Die gelben Busse sollen zukünftig an anderen Tagen als bisher eingesetzt werden: Zum Wochenbeginn, also montags bis mittwochs, wird es weniger Fahrten geben, dafür wird das Angebot für die Zeit von donnerstags bis sonntags entsprechend erweitert. Somit soll eine effizientere Auslastung der eingesetzten Fahrzeuge gewährleistet werden. Es müssten somit auch keine zusätzlichen Fahrzeuge für die neuen Ziele angeschafft werden, sagte Marc Fleischhauer, für den ADAC in der Postbus-Geschäftsführung, der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung.

Lukrative Bahnkonkurrenz

Linineverkehr für Fernstrecken ist seit gut eineinhalb Jahren für Busunternehmen eine lukrative Einnahmequelle. Mittlerweile sind laut Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmer (BDO) 40 Unternehmen am Fernbusmarkt unterwegs, die fast 170 verschiedene Linien im Programm haben. Im vergangenen Jahr waren Schätzungen zufolge rund neun Millionen Reisende mit dem Fernbus unterwegs. Hauptgrund ist der günstigere Fahrpreis auch bei kurzfristiger Reiseplanung.

Post suchte neue Einnahmequellen

Der Ausbau des Fernbus-Angebots bedeutet vor allem für die Deutsche Bahn harte Konkurrenz. Doch seit Auflösung des Briefmonopols war die Deutsche Post gezwungen, weitere Einnahmequellen für sich zu schaffen unter anderem mit einem eigenen Onlineshop für Gewerbekunden oder der Übernahme von optivo – dem E-Mail-Marketing-Dienstleister – im Sommer 2013, um nur zwei zu nennen.