Startup-Verband: Landwirtschaft braucht Startups zum schnellen Innovationstransfer

Der Bundesverband Deutsche Startup e.V. und der Bauernverband kooperieren im Rahmen der Internationalen Grünen Woche in Berlin

Berlin, 23.01.2018 – Der Bundesverband Deutsche Startups e.V. (Startup-Verband) und der Deutsche Bauernverband (DBV) Bauernverband kooperieren im Rahmen der Internationalen Grünen Woche in Berlin und bringen AgTech-Startups (Agrartechnologie) und etablierte Landwirtschaft zusammen. Ziel dieser Kooperation ist ein schneller Wissenstransfer von der Agrar-Forschung in die landwirtschaftliche Praxis, beschleunigt durch eine engere Vernetzung von AgTech-Startups und etablierter Landwirtschaft.

Innovationstransfer muss schnell realisiert werden

Benedikt Bösel, Landwirt und Sprecher der AgTech-Plattform des Startup-Verbandes: „Angesichts Globalisierung, Klimavolatilität, Ressourcenknappheit sowie zunehmen­der gesellschaftlicher Anforderungen an den Umwelt- und Tierschutz sowie an die Qualitäts­sicherung von Nahrungsmitteln braucht die Landwirtschaft eine schnelle Umsetzung von wissenschaftlichen Erkenntnissen in die Praxis. Eine gute Möglichkeit zum raschen Innovationstransfer sind Startups. Startups, insbesondere aus dem Agrarbereich, brauchen dafür jedoch ein verlässliches und innovationsfreundliches Umfeld sowie politische Unterstützung um dabei erfolgreich zu sein.“ Das sind die Ergebnisse einer Veranstaltung des DBV und des Startup-Verbandes, die im Rahmen der Internationalen Grünen Woche am 23. Januar 2018 in Halle 3.2 auf dem Erlebnisbauernhof des DBV stattfand.

Landwirtschaft offen für Innovationen

Nach Auffassung von DBV-Generalsekretär Bernhard Krüsken hat sich die Landwirtschaft in der Vergangenheit immer offen gegenüber Innovation und Disruption gezeigt. „Das wird auch in Zukunft so sein. Digitale Techniken, neue Züchtungsmethoden und moderne Datenmanagementsysteme bieten ein großes Innovationspotential, das die Landwirtschaft nutzen muss, wenn sie international wettbewerbsfähig bleiben und den vielfältigen gesellschaftlichen Anforderungen gerecht werden will“, betonte Krüsken. „Auch die Verbraucher profitieren davon. Transparenz und Rückverfolgbarkeit der Anbau- und Produktionsketten werden deutlich verbessert, mehr Informationen werden durch innovative Lösungen verfügbar gemacht. Wir können hier aber noch besser werden. Um die Potentiale auszuschöpfen benötigen wir mehr Praxisbezug in der Agrar- und Ernährungsforschung.“, so Krüsken weiter.

Startups für Umsetzung der Theorie in die Praxis

Dominik Ewald, Gründer eines AgTech-Startups, macht deutlich, dass Startups eine besonders gute Möglichkeit darstellen, wissenschaftliche Erkenntnisse in die Praxis umzusetzen: „Bei der Entwicklung von Innovationen und ihrer Etablierung im Markt werden Startups auch im Agrarbereich immer mehr zu einem wichtigen Antriebsmotor. Allerdings sind die technischen und betriebswirtschaftlichen Anforderungen an AgTech-Startups aufgrund der produktionsbedingten langen Test- und Entwicklungszeiten besonders groß. Kooperationsbörsen könnten ein Teil der Lösung darstellen. Auch das Netzwerk der berufsständischen Agrarverbände ist dazu geeignet AgTech-Startups dabei zu helfen ihre Produkte und Dienstleistung schneller „auf das Feld“ zu bringen. Genau deswegen arbeiten wir mit dem DBV zusammen.“

Die Diskussion um den schnellen Wissens- und Informationstransfer in der Landwirtschaft durch AgTech-Startups zeigt, dass auch die Politik auf Bundes- und Landesebene gefordert ist. Sie muss landwirtschaftliche Testplattformen mit engem Kontakt zur praktischen Landwirtschaft einrichten und passgenaue Finanzierungshilfen und fachliche Beratungsleistungen zur Gründung von AgTech-Startups anbieten.