DIHK-Konjunkturumfrage zum Jahresbeginn 2018

„Die deutsche Wirtschaft läuft auf Hochtouren“: So fasste Martin Wansleben, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), in der vergangenen Woche in Berlin die Ergebnisse der DIHK-Konjunkturumfrage zu Jahresbeginn 2018 zusammen.

Berlin, 12.02.2018 – Das Wachstum dauere seit nunmehr acht Jahren an, erinnerte der DIHK-Hauptgeschäftsführer; seit vier Jahren lägen die Raten sogar um die 2 Prozent.

Der DIHK erhöhe seine Prognose für 2018 um 0,5 Prozentpunkte auf 2,7 Prozent. Die Einschätzung, dass die Unternehmen rund 600.000 zusätzliche Stellen schaffen werden, bleibe konstant. „Der Beschäftigungsaufbau geht damit in sein dreizehntes Jahr.“

Wansleben berichtete, dass der Optimismus der Unternehmen für ihre Geschäftsentwicklung nach einer leichten Eintrübung im vergangenen Herbst nun wieder kräftig angestiegen sei. „Die wachsenden Konsumspielräume wirken weiter als Konjunkturmotor“, sagte er.

„Auch die Exporterwartungen verbessern sich deutlich – vor allem dank der guten wirtschaftlichen Entwicklung in Europa.“ Nach einer langen Zeit der Zurückhaltung kämen zudem die Investitionspläne jetzt richtig in Gang. „Konsum, Investitionen, Exporte – insgesamt gewinnt der Aufschwung weiter an Stärke“, so sein Resümee.

Größte Hemmnis ist der Fachkräftemangel

Je größer das Wachstum und die Pläne für Erweiterungen würden, desto spürbarer würden aber auch die Engpässe für eine weitere Expansion in den kommenden Jahren, relativierte der DIHK-Hauptgeschäftsführer das Stimmungsbild. „Das mit Abstand größte Hemmnis aus Sicht der Wirtschaft ist der Fachkräftemangel.“ Noch 2010 hätten nur 16 Prozent der Unternehmen hierin ein Risiko für ihre Geschäftsentwicklung gesehen, mittlerweile gelte das für sechs von zehn Betrieben. Wansleben: „Der Fachkräftemangel ist deutlich im betrieblichen Alltag angekommen“.

Auch den Wachstumseffekten der Digitalisierung seien durch die bislang unzureichende Infrastruktur Grenzen gesetzt. Zudem verschärfe der vielerorts schlechte Zustand der Straßen sowie Schienen in Deutschland die Engpässe in der Verkehrswirtschaft; damit stelle er perspektivisch auch Modelle der vernetzten Produktion infrage. Der DIHK-Hauptgeschäftsführer forderte die Koalitionäre in spe auf, hier zu handeln.

Anteil der exportierenden Industrieunternehmen sinkt

Auch reichten staatliche Ausgaben und Programme nicht aus, führte er weiter aus. 90 Prozent der Investitionen beruhten auf privatem Engagement. Damit sie auch langfristig hierzulande durchgeführt würden, seien Steuererleichterungen notwendig. Andernfalls drohe der Investitionsaufschwung in Deutschland „zum Strohfeuer zu werden“.

DIHK-Konjunkturexpertin Sophia Krietenbrink kommentierte in Berlin Details aus der Erhebung. Den Optimismus für das Exportgeschäft führte sie insbesondere auf den „weltweit bemerkenswert synchronen Aufschwung“ zurück.

Gleichzeitig sinke der Anteil der exportierenden Industrieunternehmen, die im Wechselkurs ein Risiko für ihre Geschäfte sähen, gegenüber Herbst 2017 von 18 auf 13 Prozent. Die aktuellen Schwankungen des Euro-Kurses könnten, sofern sie sich fortsetzen, zu einem erneuten Anstieg des Risikos in der Frühsommerumfrage führen, warnte Krietenbrink.

Zudem erläuterte sie, wieso die Unternehmen nach der eher verhaltenen Entwicklung in den vergangenen Jahren ihre Investitionsbudgets nun so stark ausweiten möchten wie nie zuvor.

Eine Zusammenfassung der wesentlichen Ergebnisse gibt es hier: „Konjunktur und Wachstum„.

Die ausführlichen Ergebnisse sind im einzelnen aufgeführt: