DIHK veröffentlicht Konjunkturumfrage Frühsommer 2018

Die Exporterwartungen der Unternehmen trüben sich ein. Zwar sind die grundlegenden Wachstumskräfte im Inland noch intakt, dennoch senkt der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) seine Wachstumsprognose in der aktuell vorgelegten Konjunkturumfrage Frühsommer 2018 deutlich.

Berlin, 05.06.2018 – „Aus dem Ausland kommen zunehmend Misstöne“, erläuterte DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben, der die Ergebnisse der auf rund 24.000 Unternehmensantworten beruhenden Erhebung gemeinsam mit DIHK-Konjunkturexpertin Sophia Krietenbrink in Berlin vorstellte.

Exporterwartungen sehr durchwachsen

„Die Unsicherheit wächst“, betonte er. „Die Exportkonjunktur läuft schlechter als erwartet. Der internationale Handel schleppt sich weiter dahin; handelspolitische Konflikte kommen verschärfend hinzu.“

So rechneten denn auch deutlich weniger Betriebe als zuletzt mit Zuwächsen im Exportgeschäft (33 nach 38 Prozent zu Jahresbeginn). Der Saldo aus „besseren“ und „schlechteren“ Exporterwartungen betrage jetzt 24 Punkte (31 Punkte in der Vorumfrage).

Immerhin trage das Inlandsgeschäft derzeit die insgesamt positive Konjunkturprognose, fuhr der DIHK-Hauptgeschäftsführer fort. „Die gute Arbeitsmarktsituation und die daraus resultierende Kaufkraft, die öffentlichen Investitionen, aber vor allem die Investitionspläne der Unternehmen gerade mit Blick auf Kapazitätserweiterungen, Produkterneuerungen und Digitalisierung machen sich hier bemerkbar.“

Fachkräftemangel anhaltendes Problem

Allerdings setze sich der Hochlauf der Erwartungen nicht fort: „Die Geschäftserwartungen trüben sich leicht ein“, berichtete Wansleben; das Erwartungssaldo belaufe sich auf 17 nach 18 Punkten.

Bei der Beschäftigung erwarte der DIHK für 2018 ein weiteres Plus von 550.000 Stellen (Prognose zu Jahresbeginn: 600.000), sagte er. Beschränkt würden die Geschäftsmöglichkeiten allerdings durch den Fachkräftemangel, der als Top-Risiko aus Sicht der Unternehmen sogar nochmals an Bedeutung gewonnen habe (61 nach 60 Prozent, Herbst 2010: 16 Prozent).

„Angesichts der entstandenen Unsicherheiten senkt der DIHK seine Wachstumsprognose für das laufende Jahr deutlich von 2,7 auf 2,2 Prozent“, bilanzierte Wansleben.

Unternehmen bewerten ihre Lage weniger positiv

Sophia Krietenbrink ergänzte in Berlin, dass sich die hohen Erwartungen aus der Umfrage zu Jahresbeginn nicht erfüllt hätten: „Die Unternehmen bewerten ihre Lage weniger positiv als zuletzt (Lagesaldo: 45 nach 48 Punkten).“ Besonders deutlich werde dies beim Export.

Die DIHK-Konjunkturexpertin verwies darauf, dass der Konsum „abermals eine wichtige Konjunkturstütze“ sei, wobei der Servicebereich etwas stärker von der guten Beschäftigungs- und Einkommensentwicklung profitiere. Und: „Im Baugewerbe erreichen die Erwartungen an das künftige Geschäft sogar einen neuen Rekordwert (19 nach 15 Punkten). Die Kombination aus niedrigen Zinsen, guter Beschäftigungssituation sowie steigendem Bedarf an Wohn- und Gewerbeimmobilien treiben den Bau-Boom an.“

Die aktuelle Konjunkturumfrage Frühsommer 2018 finden Sie hier als kostenlosen Download.
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