Deutsche Start-up-Szene bleibt in Bewegung

Jedes fünfte Start-up denkt über den Umzug in eine andere Stadt nach. Besonders in Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg ziehen viele Jungunternehmen einen Standortwechsel in Erwägung. Das zeigt eine aktuelle Bitkom-Umfrage.

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Berlin, 23.09.2015 – Berlin, Hamburg und München sind bei Gründern besonders beliebt, aber die deutsche Start-up-Szene bleibt in Bewegung. Jedes fünfte Start-up in Deutschland (22 Prozent) denkt darüber nach, den Standort in eine andere Stadt zu verlagern. Dabei haben nur 2 Prozent bereits ganz konkrete Planungen für einen Umzug, 20 Prozent stellen derzeit nur Überlegungen an. Fast zwei Drittel (65 Prozent) der Gründer sagen, dass ein Umzug für sie momentan kein Thema ist, 12 Prozent schließen ihn sogar grundsätzlich aus. Das ist das Ergebnis einer Umfrage im Auftrag des Digitalverbands Bitkom unter mehr als 200 Start-up-Gründern. „Start-ups werden häufig aus persönlichen Gründen in der Nähe von Freunden und Familie gegründet. Wenn das Start-up wächst und beginnt sich erfolgreich am Markt zu etablieren, spielen Kriterien wie Zugang zu Investoren, qualifiziertem Personal, Kunden und Absatzmärkten eine größere Rolle – da hilft dann häufig nur ein Umzug“, sagt Bitkom-Geschäftsleiter Niklas Veltkamp.

Zwischen den Bundesländern gibt es dabei deutliche Unterschiede. In Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg gibt es die größte Bereitschaft zu einem Standortwechsel. Mehr als jedes dritte Start-up (36 Prozent bzw. 35 Prozent) denkt über einen Umzug nach. In den Start-up-Metropolen ist der Umzugswunsch deutlich geringer. In München denken 16 Prozent der Start-ups über eine Verlagerung des Geschäfts in eine andere Stadt nach, in Berlin sind es 15 Prozent. Die Hamburger Gründer sind ihrer Stadt am treuesten – nur 8 Prozent tragen sich mit dem Gedanken, der Hansestadt den Rücken zu kehren. „Während Start-ups innerhalb von Deutschland häufig an einen Umzug in einer der großen Städte Berlin, München und Hamburg denken, steht bei den Start-ups in diesen Städten eher eine Verlagerung ins Ausland zur Debatte“, so Veltkamp. „Größere Finanzierungsrunden sind insbesondere mit einem Standort in den USA leider immer noch deutlich einfacher als in Deutschland. Wir müssen die Rahmenbedingungen für Investoren verbessern und mehr Wachstumskapital nach Deutschland holen. Ansonsten besteht die Gefahr, dass erfolgreiche und besonders schnell wachsende Start-ups Deutschland aus verständlichen Gründen den Rücken kehren.“