Amway Global Entrepreneurship Report

Existenzgründung? Lieber nicht!

44.000 Menschen in 38 Ländern hat das Marketingunternehmen Amway zu ihrer persönlichen Einstellung zum Thema Existenzgründung und berufliche Selbstständigkeit befragt. Das Ergebnis wurde jetzt im  Amway Global Entrepreneurship Report 2014 veröffentlicht. Fazit: Die Deutschen stehen der Materie eher skeptisch gegenüber.

Amway Global Entrepreneurship Report
Amway Global Entrepreneurship Report 2014

München, 20.11.2014 – Die Generation Y ist nicht auf der Suche nach beruflicher Freiheit, sondern vor allem nach einem sicheren Arbeitsverhältnis.  In Deutschland haben demnach zwar 59 Prozent der 14- bis 34-Jährigen eine positive Einstellung zur Selbstständigkeit, doch im weltweiten und europäischen Vergleich (je 80 Prozent) liegen junge Deutsche weit zurück. Entsprechend wagen die Ypsiloner nur zögerlich den Schritt in die Selbstständigkeit. Obwohl sich 32 Prozent von ihnen vorstellen können, ein eigenes Unternehmen zu gründen, sind bisher lediglich zwei Prozent diesen Schritt gegangen.

Deutschland – Kein Gründerland?

Insgesamt sehen sich nur 25 Prozent der Deutschen als potentielle Gründer, während es im EU-Durchschnitt 38 Prozent und weltweit 42 Prozent sind. Obwohl die Deutschen der Selbstständigkeit gegenüber verhaltener sind als andere Nationen, ist jeder zweite davon überzeugt, dass Deutschland ein gründerfreundliches Land ist. Lediglich 40 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass Politik und Gesellschaft zu wenig für Gründungswillige tun.

Fragt man die Deutschen nach den Gründen, die berufliche Selbstständigkeit in Betracht zu ziehen, steht für sie die Unabhängigkeit vom Arbeitgeber ganz oben auf der Liste (52 Prozent). Auf Platz zwei: Selbstverwirklichung und die Chance, eigene Ideen umzusetzen (43 Prozent), gefolgt von zusätzlichen Verdienstmöglichkeiten (32 Prozent).

Julia Lutter-Müller, Pressesprecherin von Amway und Leiterin der Studie, sieht hier eine Chance für Deutschland: „Gefragt sind überzeugende Unternehmensideen – auch von nicht akademischen Gründern. Wenn wir es schaffen, die potentiellen Unternehmer zu inspirieren und ihnen früher ökonomische Grundkenntnisse zu vermitteln, werden wir nicht nur den Mittelstand, sondern auch den Innovationsstandort Deutschland langfristig fördern.“

Unternehmertum ist lernbar

Auch wenn nur 20% der Befragten glauben, dass einem das Unternehmertum in die Wiege gelegt wird und der überwiegende Teil denkt, dass man das unternehmerische Handeln erlernen kann,spiegelt sich das nicht in den Gründungszahlen in Deutschland wieder. Über 50% sind der Meinung, dass man mit mehr Ausbildung in Praktischer Unternehmensführung (Geschäftspläne, Geschäftssimulation für Kleinunternehmen etc) und Grundlagen in Unternehmenskenntnissen, z.B. in Finanzcontrolling, Marketing oder Computeranwendungen ein guter Start geschaffen werden kann. Allerdings haben bisher nur 12% der Befrageten eine solche Ausbildung in Anspruch genommen (im Bereich der unter 35 jährigen sind die Zahlen noch geringer). Damit bleiben Deutschland auch hier wieder weit hinter dem europäischen Durchschnitt (21%) zurück.

„Der Kontakt mit unternehmerischer Ausbildung kommt in Deutschland oft nur zustande, wenn man gezielt danach sucht. Um in der Breite ein größeres Bewusstsein für die verschiedenen Möglichkeiten unternehmerischen Handelns zu erreichen, müssten bereits die Schulen im Unterricht stärker auf das Thema eingehen“, sagt Professor Isabell M. Welpe, Inhaberin des Lehrstuhls für Strategie und Organisation an der Technischen Universität München und wissenschaftliche Leiterin der internationalen Studie.

Änderung der Lehrpläne statt Förderung der Gründung

Die deutsche Regierung versucht mit Förderprogrammen, Aufrufen und Handlungsempfehlungen der Gründungsscheu entgegenzuwirken. Doch sollte man den Ansatz vielleicht verschieben: In skandinavischen Ländern sind Grundkenntnisse zum selbstständigen Unternehmertum bereits im Schulunterricht verankert – und bedeutend mehr Befragte sehen die Schulen in der Pflicht (Finnland 52 Prozent, Schweden 45 Prozent, Dänemark 40 Prozent, Norwegen 29 Prozent). Die Studie zeigt: Dort ist die Einstellung zur Selbstständigkeit wesentlich positiver (Schweden 94 Prozent, Norwegen 93 Prozent, Dänemark 90 Prozent, Finnland 90 Prozent) als in Deutschland.

Frauen als Gründerinnen immer noch eine Minderheit

Trotz zahlreicher Bemühungen, die Existenzgründungen von Frauen zu unterstützen, bleiben Unternehmerinnen eine Minderheit in der deutschen Wirtschaft. Auch hier spricht die Studie eine klare Sprache. Eine spezielle Gender-Auswertung hat die Redaktion von SHE works! veröffentlicht.

Bereits seit 2007 erhebt Amway regelmäßig Daten zur Selbstständigkeit. Wissenschaftlicher Partner der Studie ist der Lehrstuhl für Strategie und Organisation der Technischen Universität München unter Leitung von Frau Prof. Dr. Isabell M. Welpe.