Gründungszuschuss für Arbeitslose

Jedem Beschäftigten kann es passieren, dass er plötzlich arbeitslos wird. Der Weg zum Jobcenter sorgt dann zwar für den Lebensunterhalt, doch oft bleiben Bewerbungen erfolglos. Viele Arbeitssuchende entscheiden sich dann für die Selbstständigkeit.

R_B_by_Rainer-Sturm_pixelio.de
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Göttingen, 30.6.2015 – Damit in den ersten Monaten der Existenzgründung der Lebensunterhalt gesichert ist, können Empfänger von ALG I (Arbeitslosengeld I) bei der Arbeitsagentur einen sogenannten Gründungszuschuss beantragen. Das steht auch im Sozialgesetzbuch III in § 93 I.

Müssen Arbeitsagenturen einen Gründungszuschuss gewähren?

Nein, die Arbeitsagenturen sind nicht verpflichtet einen Antrag auf Gründungszuschuss zu bewilligen. Einen Anspruch hat ein Arbeitssuchender nicht.

Es müssen die Voraussetzungen des § 93 II SGB III erfüllt werden. So muss man beispielsweise nachweisen, dass das Vorhaben den Lebensunterhalt gewährleisten kann. Auch muss der Arbeitssuchende bestimmte Qualifikationen und Fähigkeiten besitzen, um die geplante Tätigkeit auszuüben. So kann zum Beispiel ein ausgebildeter Maler nicht plötzlich einen Tischlerbetrieb eröffnen.

Verfügt der Antragsteller über genügend eigene finanzielle Mittel, um die ersten Monate der Existenzgründung seinen Lebensunterhalt zu bezahlen, wird der Antrag ebenfalls abgelehnt.

Gründungszuschuss für sechs Monate

Wurde der Gründungszuschuss von der Arbeitsagentur bewilligt, wird er für sechs Monate gezahlt. Der Betrag setzt sich zusammen aus der Höhe des zuletzt bezogenen ALG I sowie einer zusätzlichen Leistung von 300 Euro.

Der Gründungszuschuss kann einmalig um weitere neun Monate verlängert werden. Auch hier muss wieder ein Antrag beim Jobcenter gestellt werden. Wird der Zuschuss ein weiteres Mal bewilligt, erhält der Existenzgründer nur noch 300 Euro im Monat.