Fördermaßnahmen für „Technikbasierte Dienstleistungssysteme“

Mit der Förderrichtlinie „Technikbasierte Dienstleistungssysteme“ verfolgt das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) das Ziel, die Chancen neuer technischer Entwicklungen zu nutzen und somit innerhalb der Wertschöpfung die Dienstleistung zu stärken. Diese Bekanntmachung steht im Kontext der „Neuen Hightech-Strategie – Innovationen für Deutschland“ der Bundesregierung und trägt in besonderer Weise zur Stärkung des Wirtschaftsstandorts bei.

Förderung von Maßnahmen für "Technikbasierte Dienstleistungssysteme"
Förderung von Maßnahmen für „Technikbasierte Dienstleistungssysteme“

Berlin, 13.11.2015 – Technische Fortschritte, insbesondere im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologien, haben signi­fikante Auswirkungen auf die Erbringung von Dienstleistungen. Mittlerweile hat moderne Technik nahezu alle Dienstleistungen und die damit verbundenen Engineering- und Leistungsprozesse beeinflusst und ist davon nicht mehr wegzudenken. Die dynamische Verbreitung der Digitalisierung (in Form von mobilen Endgeräten, Internet der Dinge) zeigt, dass es eine beinahe durchgehende technische Durchdringung sowohl der Wertschöpfung als auch der Lebenswelt gibt. Die Spannweite der Anwendungen in Dienstleistungen ist breit und reicht etwa vom mittlerweile fest etablierten bargeldlosen Zahlungsverkehr über technische Assistenz für z. B. mobilitätseingeschränkte Menschen bis hin zu umfassenden Geschäftsmodellen der cloudbasierten Produktionssteuerung. Vorhandene Technik (wie z. B. Smart Phones oder Tablet-Apps) ermöglicht es, dass Prozesse intelligent, selbstgesteuert, vernetzt und in Echtzeit ablaufen und bietet neue Potenziale und Chancen, die es für die Dienstleistung zu nutzen gilt. So werden Dienstleistungsprozesse schneller, effizienter, flexibler und nutzenorientierter.

Technikbasierte Dienstleistung entsteht in Dienstleistungssystemen, die notwendigerweise technische Komponenten enthalten. Aus Sicht von Forschung und Entwicklung (FuE) kommt den technischen Komponenten dann eine Schlüsselrolle zu, wenn diese Grundlage und Voraussetzung für Dienstleistungsinnovationen werden. Darunter sind substanzielle Verbesserungen des kooperativen Wertschöpfungsprozesses zwischen Kunden und Anbietern und seiner konsequenten Ausrichtung auf die Unterstützung der Wertschöpfung der Kunden zu verstehen. Beispiele für solche Innovationen können in der Nutzung von Sensor- und Aktornetzen sowie großen Datenmengen zur Individualisierung der Dienstleistung, in neuen, technikgestützten Interaktionsformen zwischen Kunden und Anbietern, in der Mobilisierung neuer Ressourcen für die Wertschöpfung sowie in veränderten Architekturen für die Wertschöpfung liegen.

Einflüsse von Technik auf Dienstleistungen

Die Einflüsse von Technik auf Dienstleistung sind unterschiedlich gelagert, drei Wirkmechanismen sind möglich: Technik ermöglicht neue Dienstleistungen, erhöht die Effizienz und Reproduzierbarkeit der Dienstleistungserbringung und sie steigert die raum- und zeitunabhängige Verfügbarkeit von Dienstleistung. Umgekehrt kann Dienstleistung, als kunden- und nutzergetriebener Prozess, auch Impulsgeber für neue Technikanwendungen sein. Da beide Bereiche stark miteinander verknüpft sind, bietet sich eine stärkere Verbindung beider Domänen an; in der synchronen Entwicklung von Technik und Dienstleistung, in der Transformation von Prozessen auf neue Kontexte und in ihrer Anwendung liegen erhebliche wirtschaftliche Potenziale. Automatisierung, Vernetzung sowie Kundenzugang und Kundeneinbindung sind Funktionalitäten von Technik, die es für Dienstleistung zu nutzen gilt.

Technik verändert die Art und Weise, wie Dienstleistung entwickelt, produziert und vermarktet wird. Standarddienstleistungen werden automatisiert und Kunden/Nutzer (noch) stärker in den Leistungserstellungsprozess einbezogen. Für Beschäftigte können aus Routine-Tätigkeiten anspruchsvolle, auf den Kunden ausgerichtete neue Aufgabenfelder entstehen. Hierdurch entstehen auch neue Qualifikationsbedarfe bei allen Akteuren im Dienstleistungssystem. Die stärkere Integration von Technik und Dienstleistung erhöht zwar zuerst den Komplexitätsgrad von Wertschöpfungsprozessen, kann aber auch dazu beitragen, ihn mit der Vernetzung technikbasierter Dienstleistung – etwa durch Algorithmen – beherrsch- und skalierbar zu machen.

Dem Einfluss von technikbasierter Dienstleistung auf Wertschöpfungsprozesse ist also eine zunehmend höhere Priorität einzuräumen. Sie trägt zur Individualisierung von Leistungen bei, verbessert die Prozesssicherheit und bietet die Möglichkeit der direkten Kommunikation zwischen Anbietern, Beschäftigten und Kunden/Nutzern. Die weiter fortschreitende Verknüpfung von Technik und Dienstleistung fordert Unternehmen heraus, ihre Ablauf- und Aufbauprozesse den damit verbundenen Herausforderungen anzupassen; es bedarf darauf abgestimmter und vorausschauender Lösungen und Konzepte.

Zusätzliche Umsatz- und Marktpotentiale realisieren

Ein relevanter Anteil der wirtschaftlichen Akteure hat sich auf diese Situation noch nicht hinreichend eingestellt. Mit einer offensiven Verwertung technikbasierter Dienstleistung auch im europäischen und internationalen Kontext gilt es, zusätzliche Umsatz- und Marktpotenziale zu realisieren und den Wirtschaftsstandort Deutschland zu stärken. Technikbasierte Dienstleistung kann nicht nur zur Optimierung bestehender Geschäftsmodelle beitragen, sie hat auch das Potenzial, neue und zusätzliche Wertschöpfung zu kreieren. Hierfür gilt es gegebenenfalls vorhandene Nutzungsbarrieren durch geeignete Konzepte zu überwinden.

Innovative technikbasierte Dienstleistungs- und Servicekonzepte sollten zum Ziel haben, betriebliche und unternehmensübergreifende Wertschöpfungsprozesse zu verknüpfen. Die dauerhafte Funktionsfähigkeit der Wertschöpfungsprozesse soll dabei durch eine inhärente Reaktionsfähigkeit auf die wirtschaftliche und technische Entwicklungsdynamik gewährleistet sein. Durch eine innovative Berücksichtigung materieller und immaterieller Leistungskomponenten kann so ein hoch individualisierter zusätzlicher Kundennutzen entstehen, der mit den bisherigen Konzepten und Vorgehensweisen nicht erreicht worden wäre. Die Konzeption, Gestaltung und Umsetzung technikbasierter Dienstleistung ist insbesondere herausfordernd, da oftmals eine Transformation der Geschäfts- oder Betreibermodelle erforderlich wird.

Alle Informationen zum Förderprogramm finden Sie hier: www.bmbf.de