Gemeinschaftsdiagnose prognostiziert Wirtschaftsaufschwung

Die Wirtschaftsforschungsinstitute der Projektgruppe Gemeinschaftsdiagnose haben gestern ihr neues Frühjahrsgutachten 2017 vorgestellt. Die Institute sehen die deutsche Wirtschaft in einem soliden Aufschwung.

Berlin, 13.04.2017 – Für das laufende Jahr prognostizieren sie ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von +1,5 %. Im nächsten Jahr wird mit einem weiteren Anstieg um +1,8 % gerechnet.

Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries: „Das Gutachten der Wirtschaftsforschungsinstitute zeigt, dass die deutsche Wirtschaft in einer guten und robusten Verfassung ist. Beschäftigung und Reallöhne steigen stetig, stärken die Binnennachfrage und führen dazu, dass mehr Menschen vom Aufschwung profitieren. Damit das so bleibt, ist Deutschland auf Investitionen in Bildung und Infrastruktur sowie eine stabile Weltkonjunktur und offene Handelsbeziehungen angewiesen. Deshalb setze ich mich für freien und fairen Handel ein und dafür, dass die Menschen stärker am Wohlstand teilhaben können. Wir brauchen inklusives Wachstum, also Wachstum für Alle, damit es gerechter zugeht in unserem Land. Der soziale Aufstieg muss in Deutschland leichter möglich werden. Das müssen wir anpacken.“

Rückgang der Arbeitslosigkeit

Der Aufschwung wird laut der Gemeinschaftsdiagnose maßgeblich von der Binnenwirtschaft getragen, allen voran vom privaten Konsum. Grundlage hierfür sind vor allem die steigende Kaufkraft der Haushalte und eine sehr dynamische Entwicklung am Arbeitsmarkt. Zusammengenommen werde die Beschäftigung in den Jahren 2017 und 2018 nochmals um knapp eine Million Personen zunehmen. Die Wirtschaftsforscher rechnen trotz der Flüchtlingszuwanderung mit einem anhaltenden Rückgang der Arbeitslosigkeit. Die vermeintliche Verlangsamung von 1,9 % für 2016 hin zu 1,5 % in diesem Jahr geht dabei laut den Instituten ausschließlich auf eine geringere Zahl von Arbeitstagen zurück. Dies liegt u.a. am Reformationstag, der einmalig in allen Bundesländern zum Feiertag erklärt wurde. Unter Herausrechnung dieser sogenannten Kalendereffekte beträgt das Wirtschaftswachstum in den Jahren 2017 und 2018 (wie auch bereits im Vorjahr) jeweils +1,8 %.

Neben der Prognose nehmen die Institute auch zu aktuellen wirtschaftspolitischen Themen Stellung. So ist aus ihrer Sicht der Leistungsbilanzüberschuss in Deutschland – auch wenn dieser keine politische Steuerungsgröße darstelle – noch immer recht hoch. Er könne auf Defizite des Investitionsstandorts hinweisen. Mit Blick auf Europäische Zentralbank empfehlen die Wirtschaftsforscher, allmählich die geldpolitische Wende einzuleiten und damit auch zum Abbau der deutschen Leistungsbilanzüberschüsse beizutragen.

Die Bundeswirtschaftsministerin wird die Frühjahrsprojektion der Bundesregierung am 26. April 2017 vorlegen.

Die Gemeinschaftsdiagnose können Sie hier abrufen.