Industrieanlage

Gründung eines Bündnisses „Zukunft der Industrie“

Der Bundeswirtschaftsmminister Sigmar Gabriel, der Vorsitzende der IG Metall, Detlef Wetzel, und der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Ulrich Grillo, haben zur Gründung eines Bündnisses „Zukunft der Industrie“ aufgerufen. Ziel sei es, im Dreiklang aus Politik, Unternehmensverbänden und Gewerkschaften konkrete Verabredungen und prioritäre Maßnahmen zu treffen, um die industrielle Wettbewerbsfähigkeit in Deutschland zu stärken.

 

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Zukunft der Industrie Ulrich Berlet_pixelio.de

Berlin, 26.11.2014 – Zusätzlich zu dem Bündnis ist geplant, eine Stiftung „Zukunft der Industrie“ ins Leben zu rufen, die das Bündnis unterstützt und wissenschaftlich begleitet. Es wurden bereits weitere Partner aus Wirtschaft und Gewerkschaften eingeladen, sich an dem Bündnis zu beteiligen. Bundesminister Gabriel: „Unser Industriestandort ist mit immensen Herausforderungen konfrontiert, die die gesamte Wirtschaft tiefgreifend verändern werden. Dazu zähle ich zum Beispiel die Digitalisierung der Wirtschaft, den drohenden Fachkräftemangel und die Herausforderungen bei der Umsetzung der Energiewende. Aber auch die verhältnismäßig niedrigen Investitionen in Deutschland und die teilweise geringe Akzeptanz der Industrie und ihrer Vorhaben stellen unseren Industriestandort vor gewaltige Herausforderungen. Das erleben wir unter anderem durch den Widerstand gegen (Infrastruktur-) Projekte, die die Industrie dringend braucht. Ich bin fest davon überzeugt: Deutschland braucht eine konzertierte Aktion von Politik, Unternehmensverbänden und Gewerkschaften, damit es auch im 21. Jahrhundert ein erfolgreiches Industrieland bleibt“.

Hier setze unser Bündnis an: Es soll die anstehenden Herausforderungen systematisch und kooperativ angehen und in verbindliche Handlungsstrategien übersetzen.

Zukunft der Industrie auch durch Old Economy

Der Vorsitzende der IG Metall, Detlef Wetzel: „Noch vor 20 Jahren galten die industrielle Produktion und die damit verbundenen industriellen Dienstleistungen in Deutschland als Auslaufmodell. Heute zeigt sich ein völlig anderes Bild. Gerade das Festhalten an der sogenannten ‚Old Economy‘ hat Deutschland Stabilität verschafft. Doch die Fachkräftesicherung, die Digitalisierung, die Energiewende und der Investitionsstau stellen uns vor neue Herausforderungen“. Es gehe nach seiner Ansicht um eine Schicksalsfrage für das Land: Wie könne die Industrie gestärkt werden, um damit die Zukunft und den Wohlstand Deutschlands zu sichern. Das sei eine gesellschaftliche Aufgabe, die starke Bündnispartner brauche.

Industrie muss Wettbewerbsfähigkeit beibehalten

BDI-Präsident Ulrich Grillo betont, dass die Industrie Deutschland aus der Finanz- und Wirtschaftskrise geholt habe. „Die Bruttowertschöpfung ist 2013 gegenüber dem Krisenjahr 2009 um 29 Prozent gestiegen, um rund 130 Milliarden Euro auf gut 560 Milliarden Euro. Der Anteil der Industrie an der deutschen Wirtschaftskraft stieg derweil von 20 auf 22 Prozent. Wir dürfen nicht nur auf unsere Erfolge in der Vergangenheit schauen. Die – noch – hohe Wettbewerbsfähigkeit unserer Industrie, die gute globale Aufstellung unserer Unternehmen, unsere tief gestaffelten Wertschöpfungsketten sind unsere Stärken“. Aber die stehe auf dem Spiel, wenn Deutschland nicht bald handele.

Für Investitionen und Innovationen das richtige Klima zu schaffen – wirtschaftspolitisch und mental: Das sei die Aufgabe, vor der Politik und Wirtschaft gemeinsam stehen.

Für Anfang 2015 ist die konstituierende Sitzung einer High Level Group, bestehend aus den Gründungsmitgliedern und weiteren Partnern, geplant. Danach soll das Bündnis seine Arbeit aufnehmen und in verschiedenen Arbeitsgruppen eine konsistente Agenda für eine mittel- und langfristige Zukunftsperspektive für die Industrie in Deutschland erarbeiten.

Der gemeinsame Aufruf von BMWi, IG Metall und BDI zur Gründung eines Bündnisses „Zukunft der Industrie“ kann hier abgerufen werden.