IW-Verbandsumfrage 2017

Die IW-Verbandsumfrage 2017 zeigt, dass die befragten Verbände vorsichtig optimistisch in das neue Jahr starten. Die Mehrheit gehe zwar von einem Wachstum der deutschen Wirtschaft aus, dieser werde aber nur schwach ausfallen. Auch an der Beschäftigung werde sich nur geringfügig etwas ändern. 

Köln, 09.01.2017 – In der IW-Verbandsumfrage gehen 28 von 48 befragten Verbänden von einer leicht steigenden Produktion in 2017 aus – und nur drei von einer höheren. Acht Verbände rechnen sogar mit einem Rückgang. Optimistisch sind besonders das Baugewerbe und verwandte Branchen sowie das Handwerk und die keramische Industrie. Dagegen befürchten die Automobilindustrie, der Bergbau, die Druckindustrie und die Finanzwirtschaft eine Verschlechterung.

„Weltweit gibt es einen erneuten Hang zu Protektionismus und Nationalismus. Der Wahlausgang in den USA und der anstehende Brexit sind Paradebeispiele dafür. Das bremst die wirtschaftlichen Perspektiven eines exportorientierten Landes“, sagt IW-Direktor Michael Hüther.

Ergebnisse der Befragung von 48 deutschen Wirtscahftsverbänden
Ergebnisse der Befragung von 48 deutschen Wirtscahftsverbänden

Digitalisierung nimmt zu

18 der 48 befragten Verbände geht dennoch davon aus, dass die Unternehmen ihrer Branche in 2017 mehr investieren werden als im Vorjahr – vor allem der Dienstleistungssektor. „Die Digitalisierung wird in vielen Branchen immer bedeutsamer. Das treibt die Unternehmen zum Investieren an“, so Hüther. Allerdings werden wohl die Chemische Industrie, der Luft- und Raumfahrzeugbau sowie die Kunststoffverarbeitung ihre Investitionen einschränken. Für energieintensive Unternehmen spielen auch die Unsicherheiten bezüglich der Energiewende eine große Rolle.

Arbeitsmarkt bleibt unverändert

Der Arbeitsmarkt dürfte sich im Vergleich zum Vorjahr kaum verändern. 20 Verbände rechnen mit einer gleichbleibenden Beschäftigung und 15 Verbände erwarten einen Zuwachs sowie 12 einen Stellenabbau. Neben dem Baugewerbe mit seinen verwandten Branchen, wollen auch viele Dienstleistungsunternehmen, wie beispielsweise die Informations- und Messewirtschaft sowie die Bereiche Spedition, Leasing und Tourismus vermehrt Mitarbeiter einstellen. Dagegen wird unter anderem die Finanz- und Versicherungswirtschaft Stellen abbauen.