Kampf gegen Korruption in Zeiten der Globalisierung

Immer mehr Unternehmen sind auf Grund ihrer Internationalisierung auf die Zusammenarbeit mit ausländischen Partnern und Zulieferern angewiesen. Doch diese Kooperation kann zu großen Risiken wie Korruptions- und Bestechungsvorfällen führen.

Kampf gegen Korruption _Lupo_pixelio.de
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Berlin, 18.09.2015 – Laut einer globalen Umfrage der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG fürchten viele Unternehmen Korruptions- und Bestechungsvorfälle. Das größte Problem dabei sei die Einhaltung von Compliance-Vorschriften bei Dritten zu überprüfen. Die Firmen sind auf deren Leistungen angewiesen, wenn sie auch in entlegenen Regionen der Welt Geschäfte tätigen wollen, um weiter zu wachsen.

Umso überraschender ist es, dass ein Drittel der befragten Unternehmen (34 Prozent) auf eine Risikoanalyse bei Dritten im Ausland verzichtet.  Und nur etwas mehr als die Hälfte (56 Prozent) verfügen überhaupt vertraglich gesicherte Kontrollrechte gegenüber Dritten, von denen wiederum nur 41 Prozent diese Rechte auch wirklich ausüben. Das ist das Ergebnis des „Anti-Bribery and Corruption Survey“ von KPMG. An der Umfrage haben 659 Unternehmen aus 64 Ländern teilgenommen. Dazu erklärt Alexander Geschonneck, Leiter des Bereichs Forensic bei KPMG in Deutschland: „Es ist fatal, dass Unternehmen trotz besserer Kontrollmechanismen und verschärfter Antikorruptionsrichtlinien sehenden Auges in eine Korruptionsfalle tappen und dabei Strafen wie hohe Bußgelder oder einen Imageverlust in Kauf nehmen.“

Datenanalysen stellen ein zunehmend wichtiges und kostengünstiges Mittel zur Identifizierung potenzieller Verstöße dar- Trotzdem macht nur ein Viertel der Befragten (25 Prozent) davon Gebrauch. Und von diesen führen wiederum nur 42 Prozent eine kontinuierliche Datenüberwachung zur Feststellung möglicher Korruptionsvorfälle durch. Der Mangel an Ressourcen zur Steuerung von Korruptionsrisiken ist für die Umfrageteilnehmer ebenfalls ein Problem. Geschonneck. „Es wird viel über den ‚tone at the top‘ gesprochen, jedoch sehen wir die Herausforderungen insbesondere auf der mittleren und unteren Managementebene. Es genügt nicht, nur ein gutes Korruptionsbekämpfungsprogramm zu entwickeln, es muss auch in der Praxis, und zwar überall auf der Welt, tatsächlich so gelebt werden. Das bedeutet, dass auch das allgemeine ethische Geschäftsverhalten überdacht und angepasst werden muss.“