Keine Angst vorm Scheitern haben

Keine Karriere ist perfekt – jeder erlebt Misserfolge und scheitert mal in seinem Berufsleben. Doch das ist kein Grund um aufzugeben. Wer sich wieder aufrappelt, kann umso stärker in seine berufliche Zukunft blicken. Man muss nur wissen wie.

Dr.-Klaus-Uwe-Gerhardt_pixelio.de
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Göttingen, 30.6.2015 – Scheitern ist in Deutschland ein Tabuthema. Man redet nicht darüber und fürchtet sich davor, dass es einen selbst trifft. Ganz im Gegensatz zu beispielsweise den USA, wo ein Misserfolg sportlich genommen wird. Man findet eben etwas anderes.

„Wir leben in einer Kultur, die von der Angst geprägt ist, aus der Gemeinschaft zu fallen. Sind wir erfolgreich, drohen Neid und Missgunst, scheitern wir, drohen Gesichtsverlust und Schadenfreude“, nennt der Diplom-Psychologe Wolfgang Roth vom Fürther Institut für Resilienz einen Grund.

Scheitern als Chance

Wer die nötige Resilienz besitzt, also über starke psychische Widerstandskraft verfügt, ist in der Lage Krisen effektiv zu meistern. Diese Fähigkeit gilt immer mehr als positiver Karrierefaktor. Das bestätigt auch eine aktuelle Studie von Mourlane Management Consultants und der Bertelsmann-Stiftung: Resiliente Menschen sind optimistischer, disziplinierter und empathischer. Sie steuern ihre Emotionen besser, glauben an ihre Fähigkeiten und setzen sich neue herausfordernde Ziele.

Psychische Widerstandskraft trainieren

Nicht jeder verfügt über die Eigenschaft der Resilienz. Sie ist teils genetisch bedingt, teils von äußeren Einflüssen abhängig. Doch jeder kann lernen seine psychische Widerstandskraft zu stärken.

Menschen, die über ein starkes Selbstbewusstsein und über ein intaktes soziales Umfeld verfügen, haben es zwar leichter mit Misserfolgen umzugehen, doch auch diejenigen, denen keine robuste Persönlichkeitsstruktur in die Wiege gelegt worden ist, können ihre psychische Widerstandskraft stärken.

Roth rät, auf seine persönlichen Bedürfnisse zu schauen und das unabhängig vom Karrierestreben um jeden Preis. „Dass man als resilienter Mensch, der seine Bedürfnisse ernst nimmt, beruflich erfolgreicher ist, ist dann quasi eine positive Begleiterscheinung.“

Trotz aller Stärke müssen man sich, so Roth, aber immer mental drauf einstellen, dass es Misserfolge geben kann. Ein stabiles soziales Netzwerk hilft ebenfalls. Wenn die berufliche Niederlage kommt, müsse man zum Scheitern stehen und keine Angst davor haben Hilfe zu suchen und anzunehmen.