Das vergessene Onlinemarketing

Fast jedes zweite Unternehmen in Deutschland analysiert nicht die Wirksamkeit ihres Onlinemarketings. Das zeigt eine aktuelle Studie zur Nutzung, Messung und Performance von Onlinemarketingkanälen.

Das vergessene Onlinemarketing
Das vergessene Onlinemarketing

Göttingen, 17.11.2015 – Über 90 Prozent der deutschen Verbraucher informieren sich inzwischen im Internet über Produkte und Firmen. Doch nicht einmal die Hälfte der Unternehmen (42 Prozent) analysiert die Wirksamkeit ihres Onlinemarketings. Das heißt die Marketingabteilungen wissen nicht einmal, welchen Einfluss die Onlinesuche auf ihren Geschäftserfolg hat. Dies ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage unter Marketingentscheidern von Silverpop, einem Provider von Marketing-Software.

Anders sieht es allerdings bei Unternehmen aus, die jährlich mehr als 100 Millionen Euro Umsatz verbuchen. Sie untersuchen überdurchschnittlich die Wirkung ihrer Online-Kanäle.

Viele Kanäle bleiben unbeachtet

Die Umfrage zeigt auch, dass rund ein Drittel der Unternehmen einzelne Kanäle auswertet und nur ein Viertel alle Kanäle. Ganz vorne mit dabei ist mit 56 Prozent in allen Branchen die eMail. Analysiert werden Öffnungsraten und Conversion Rates.

Vernachlässigt wird erstaunlicherweise der Social-Media-Bereich. Besonders der Handel scheint diesen Sektor und seine Funktionen wie direkte Verlinkung auf Facebook zum eigenen Online-Shop oder auch die Einbindung des „Jetzt-Kaufen“-Buttons nicht zu nutzen. Nur 14 Prozent überwachen die Ergebnisse. Im Gegensatz dazu interessiert sich besonders die Industrie für das User-Verhalten auf Facebook & Co.

Von allen gleichermaßen ignoriert, wird überraschenderweise die eigene Homepage. Zwei Drittel der befragten Unternehmen untersuchen nicht, wer ihre Webpräsenz besucht, wie lange der User verweilt und welche Inhalte besonders interessant sind bzw. gut ankommen.

Onlinemarketing und Umsatz

Die gute alte eMail ist bei Marketingentscheidern ganz weit vorne, wenn es um den Zusammenhang von Onlinemarketing und Umsatz geht. Für sie ist die E-Mail der stärkste Umsatztreiber. Besonders die Industrie ist mit 58 Prozent dieser Meinung.

Die Hälfte der befragten Unternehmen aus dem Handels- und Dienstleistungssektor sehen die eMail und die Homepage als wichtigsten Umsatztreiber. Und das, obwohl nur knapp ein Drittel diese Kanäle überhaupt auswertet.

Der drittstärkste Marketingkanal ist, mit 40 Prozent, das Suchmaschinenmarketing. Mit 47 Prozent empfindet das besonders der Handel so.

Die Befragten sehen dagegen kaum einen Zusammenhang zwischen Social Media und Umsatz. Nur 2 Prozent bewerten Twitter als relevant, bei Google Plus sind es 7 und bei Facebook immerhin 12 Prozent.

Nachholbedarf beim Mobile Marketing

Auch wenn Mobile Marketing nichts Neues mehr ist, scheint es bei den deutschen Unternehmen bisher noch nicht angekommen zu sein. 53 Prozent nutzen keine SMS und auch Push-Nachrichten werden vernachlässigt. Standortbezogene Services wie Facebook Places oder Swarm werden von den Unternehmen bisher ebenfalls größtenteils ignoriert.

Immerhin optimieren immer mehr Unternehmen ihre Webpräsenz, damit die Homepagen auch auf mobilen Endgeräten, wie Smartphones und Tablets, für den Nutzer gut bedienbar und übersichtlich sind.