Papiertaschen mit Geschenken- Taschen als Werbeträger

Verzicht auf Plastiktüten: Händler suchen Ersatz für Werbeträger Nummer 1

Plastiktüten sollten eigentlich ab dem 01.April 2016 per Vereinbarung nur noch kostenpflichtig abgegeben werden. Viele große Händler verlangen auch schon Gebühren, die im Schnitt zwischen 10 und 50 Cent liegen. Doch einige Händler halten nichts davon, ihren Werbeträger Nummer 1 vom Kunden bezahlen zu lassen.

Göttingen, 01.08.2016 – Bei der freiwilligen Vereinbarung zwischen Bundesumweltministerium und dem Handelsverband Deutschland (HDE), Plastiktüten im Handel nur noch gegen eine Gebühr an den Kunden abzugeben, geht es darum, die kosten- und gedankenlose Nutzung der “Kunststofftragetaschen” abzuschaffen und so den Tütenverbrauch zu minimieren. Die gemeinsame Vereinbarung sollte ein strenges Gesetz überflüssig machen. Doch die freiwillige Lösung stockt, während Nachbarländer rigoros reagieren. So ist es in den Niederlanden seit Jahresbeginn gesetzlich verboten, Plastiktüten kostenlos abzugeben.

Dabei kann sich Deutschland im internationalen Vergleich gut sehen lassen. 71 Kunststoffbeutel pro Kopf und Jahr sind der viertniedrigste Wert in der EU. Die Senkungsziele einer EU-Richtlinie scheinen  also aus deutscher Sicht daher nicht sonderlich anspruchsvoll: Bis 2019 soll der Verbrauch im Schnitt auf 90 gesenkt werden, in den folgenden sechs Jahren auf 40.

Alternative Möglichkeiten prallen auf starre Denkmuster

Bei vielen Händlern ist und war die Plastiktüte über Jahrzehnte der Werbeträger Nummer 1. Leider übersehen sie in ihrem starren Denken, dass der Kunde den Umweltgedanken schon länger verinnerlicht hat. Die Plastiktüte ist kein Prestigeobjekt und outet bei öffentlichem Herumtragen eher die Gedankenlosigkeit des Kunden. Das Argument eines traditionellen Händlers klingt da wie Hohn:

„Wenn ich einen Maßanzug für 2000 Euro verkaufe, kann ich keine Gebühr für eine Plastiktüte verlangen“

Andersherum kann man argumentieren, wenn der Kunde 2000 Euro in dem Geschäft lässt, kann er auch erwarten, eine hochwertige wiederverwendbare Tragetasche zu erhalten. Die Hersteller und Anbieter klassischer Werbeartikel sind längst dem Trend gefolgt und bieten Tragetaschen in Variationen von Papier über Baumwolle bis hin zu Filz. Es liegt also nicht an mangelnden Alternativen.

Vorreiter mit Totalverzicht

Dass es auch anders geht, zeigt das Beispiel REWE: als erster großer Lebensmittelhändler in Deutschland hat REWE entschieden, flächendeckend auf den Verkauf von Plastiktüten zu verzichten und stattdessen auf die Mehrfachverwendung von alternativen Tragetaschen und Einkaufskartons zu setzen. Lionel Souque, Vorstand der REWE Group geht auf das Bewußtsein der REWE-Kunden ein: „Für diejenigen Kunden, die an der Kasse eine Tragehilfe für den Einkauf benötigen, stehen in den REWE-Märkten mehrfach wiederverwendbare Alternativen zur Auswahl wie Baumwolltragetaschen, Permanent-Tragetaschen aus Recyclingmaterial, Kartons und Papiertüten. Mit dem Kauf dieser Alternativen kann zudem jeder Verbraucher für sich selbst aktiv Verantwortung für Umwelt- und Meeresschutz übernehmen.”