Neue Förderung für die Halbleiter-Industrie

Das Bundesforschungsministerium erarbeitet bis Ende des Jahres ein neues Rahmenprogramm zur Förderung der Mikroelektronik. Zusammen mit Bundeskanzlerin Merkel besuchte Johanna Wanka Unternehmen in Dresden. Jeder zweite in Europa hergestellte Chip kommt aus Sachsen.

Halbleiter-Industrie Marco Görlich_pixelio.de
Halbleiter-Industrie Marco Görlich_pixelio.de

Berlin, 28.07.2015 – Um Innovationen in der Halbleiterindustrie auch künftig voranzutreiben, erarbeitet das Bundesforschungsministerium bis Ende des Jahres zusammen mit weiteren Ressorts ein neues Rahmenprogramm. Das Programm soll mit einem Volumen von 400 Millionen Euro bis 2020 ausgestattet werden. Das hat Bundesforschungsministerin Johanna Wanka bei ihrem Besuch in Dresden angekündigt. Wanka sagte: „Deutschland ist stark in der Mikroelektronik. Das hat uns der Besuch hier in Dresden ganz klar vor Augen geführt. Die Konkurrenz schläft aber nicht und die Digitalisierung schreitet schnell voran. Deshalb müssen wir unsere Forschung, aber auch gute Rahmenbedingungen für Investitionen gemeinsam weiter ausbauen.“ Die Mikroelektronik sei insbesondere für die Vernetzung von Produktion und Internet eine entscheidende Voraussetzung. „Wer Industrie 4.0 fördern will, braucht starke Chips. Ohne Sensoren sind Roboter „blind“. Die Sensoren sind die Quelle der Daten, über die wir bei Industrie 4.0 und Smart Services immer reden“, so Wanka.

Unternehmen sind auf Mikroelektronik angewiesen

Viele Unternehmen sind heute in der Entwicklung neuer Produkte darauf angewiesen, dass sie leistungsfähige und energieeffiziente Chips entwerfen, herstellen und beziehen können. Über 80 Prozent der Innovationen in der Automobilindustrie sind durch die Mikroelektronik geprägt. Schon heute steuern Chips zahlreiche Fahrerassistenzsysteme, mit dem automatisierten Fahren wird der Bedarf noch steigen. In der vernetzten Produktion erfassen und verarbeiten Sensoren und andere mikroelektronische Bauteile Daten, die zur Flexibilisierung und Optimierung der Produktion notwendig sind. Spezielle Sicherheitschips können dort, aber auch bei Privatanwendern, den Schutz von wichtigen Daten gewährleisten.

Sachsen ist stärkster Standort der Halbleiter-Industrie

Dresden ist in der Mikroelektronik-Branche heute der wirtschaftlich stärkste Standort in Europa. Jeder zweite in Europa hergestellte Chip kommt aus Sachsen. Der Standort wird deshalb auch oftmals als „Silicon Saxony“ bezeichnet in Anlehnung an das Silicon Valley in Kalifornien.

Mit rund 25.000 Beschäftigten erwirtschaftet die sächsische Mikro- und Nanoelektronik-Industrie einen Umsatz von rund 6 Milliarden Euro pro Jahr. Seit der Wiedervereinigung haben das Bundesforschungsministerium und der Freistaat Sachsen den Ausbau des Innovationsstandortes Dresden unterstützt.