Selbstständiger Fundraising-Berater: Was muss beachtet werden?

Wer mit Fundraising sein Geld verdienen will, muss schauen, wie er sich ausbilden lässt, denn einen spezielle Ausbildung gibt es nicht. Etwa 1.500 Fundraising-Berater arbeiten Vollzeit in Deutschland. Ihr Job: Privatpersonen und Unternehmen motivieren, sich für soziale oder gemeinnützige Zwecke zu engagieren. Hier sind Verkaufprofis mit Elan gefragt.

Frau telefoniert
Fundraising Tim Reckmann_pixelio.de

Dingelstädt, 4.06.2014 – Doch ist ein Fundraiser ein Freiberufler oder ein Gewerbetreibender? Streng genommen passt er weder in die katalogisierten Gruppen der freien Berufe wie beispielsweise Ärzte, Rechtsanwälte, Künstler, oder Journalisten. Er ist aber auch kein “echter“ Gewerbetreibender, da er keinen Handel ausübt.

 Freiberuflichkeit ist günstiger

Bei der Wahl des Berufs sollte gut überlegt werden, ob er freiberuflich arbeiten möchte und eine eigene Existenz gründen sollten, oder im Zweifel die günstigste Alternative wählen sollte. Günstiger ist die freiberufliche Tätigkeit, da keine Gewerbesteuer gezahlt werden muss. Der Antrag auf eine freiberufliche Tätigkeit erfolgt formlos beim Finanzamt. Dort ist der Fundraiser allerdings vom Wohlwollen des Finanzbeamten abhängig. Grundsätzlich wäre eine freiberufliche Tätigkeit in der Regel zu bejahen, da ein besonderes Vertrauensverhältnis sowie eine hohe fachliche Kompetenz erforderlich ist. Ferner wird die Leistung nicht weisungsgebunden und eigenverantwortlich erbracht. Auch muss bei einem Fundraiser eine gewisse schöpferische Begabung vorhanden sein.

Gewerbe als  Fundraising-Berater anmelden wenn Finanzamt ablehnt

Sollte das Finanzamt den Antrag auf eine freiberufliche Tätigkeit jedoch ablehnen, wird der Fundraiser automatisch zum Gewerbetreibenden. Somit wird der Handelsregistereintrag, die jährliche Bilanzerstellung, die doppelte Buchführung, die IHK-Mitgliedschaft und die Gewerbesteuerzahlung Pflicht.

Bei Existenzgründung Businessplan und Fördermöglichkeiten nicht vergessen

Einen Businessplan sollte jeder Existenzgründer aufstellen. Er wird sowohl bei der Beantragung von Fördermitteln (zum Beispiel Gründungszuschuss), als auch bei einer eventuellen Kreditaufnahme benötigt. Der Businessplan stellt das Geschäftskonzept, also eine schriftliche Zusammenstellung des unternehmerischen Vorhabens dar. Erfasst werden alle unternehmensrelevanten Daten wie beispielsweise, Konkurrenzsituation, Unternehmensziele, Gründerpersonen oder Gewinnaussichten. Was genau in einem Businessplan enthalten sein muss und wie dieser erstellt wird, zeigt der folgende Link: http://www.gruenderlexikon.de/serie/mit-dem-bmwi-businessplaner-zum-vollstaendigen-businessplan

Wer beispielsweise aus der Arbeitslosigkeit heraus gründet, kann den Gründungszuschuss beantragen. Dieser wurde jedoch vor einiger Zeit grundlegend reformiert. Ihn zu bekommen wird nunmehr zur Glückssache. Unter “foerderdatenbank.de“ kann der Gründer darüber hinaus bundeslandspezifische Fördermöglichkeiten recherchieren.

Ein Kommentar

  1. Sehr geehrtes BeraterNews-Team,
    sehr geehrter Herr/Frau Schäufele,

    Sie schreiben in Ihrem Artikel „Selbstständiger Fundraising-Berater: Was muss beachtet werden?“, es gäbe 1.500 Fundraising-Berater in Deutschland. Diese Zahl ist deutlich zu hoch gegriffen. Die Anzahl der Full-Time-Fundraiser wurde lange Zeit auf 1.500 geschätzt (liegt heute aber deutlich höher). Die Anzahl der Fundraising-Berater dürfte in Deutschland die 100 nicht überschreiten.

    Ferner schreiben Sie, es gäbe keine spezielle Fundraising-Ausbildung. Sie können sich jedoch sehr wohl an der „Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW)“ in Winterthur zum „Fundraising-Manager“ ausbilden lassen. Nähere Informationen unter: http://www.zkm.zhaw.ch/fundraising-management.

    Mit freundlichen Grüßen

    Michael Urselmann

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