Unternehmensnachfolge: mittelständische Betriebe gefährdet

Insgesamt 6.654 Senior-Unternehmer ließen sich 2016 bei ihrer Industrie- und Handelskammer (IHK) zum Thema Unternehmensnachfolge beraten, 2.947 davon hatten bis dato keinen passenden Nachfolger gefunden: Der aktuelle Report des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) zum Thema gibt Grund zur Sorge.

Berlin, 03.01.2018 – „Die Unternehmensnachfolge wird für viele Betriebsinhaber zur sprichwörtlichen Suche nach der Nadel im Heuhaufen“, kommentierte DIHK-Präsident Eric Schweitzer die Ergebnisse der Umfrage gegenüber der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. „Noch nie haben sich so viele Alt-Inhaber bei der Suche nach einem Nachfolger für ihren Betrieb an ihre regionale Industrie- und Handelskammer gewandt.“

Das Problem: „Immer mehr Inhaber erreichen das Ruhestandsalter. Gleichzeitig wird es immer schwerer, externe Interessenten zu finden – auch, weil hierzulande das Interesse am Unternehmertum weiter nachlässt.“

Bessere Voraussetzungen für Unternehmensnachfolge schaffen

Für zusätzliche Verunsicherung sorgt laut Schweitzer die schwierige Umsetzung des neuen Erbschaftsteuergesetzes: „Nahezu jeder vierte Betriebsnachfolger berichtet der IHK, dass die familieninterne Unternehmensübertragung durch die Erbschaftsteuer gefährdet ist.“ Denn im Prinzip hänge über jeder Betriebsübergabe das Damoklesschwert hoher Steuerzahlungen.

„Umso wichtiger ist es, dass die konkrete Umsetzung und Anwendung der Erbschaftsteuer mittelstandsfreundlich durchgeführt wird“, mahnte der DIHK-Präsident. Auch müssten Betriebsübergaben deutlich weniger bürokratisch erfolgen können. „So sollte die Politik die Aufbewahrungsfristen für Steuerunterlagen von zehn auf fünf Jahre verkürzen“, schlug er vor. Denn: „Je einfacher ein Nachfolger einsteigen kann, desto eher lassen sich auch geeignete Nachfolger finden.“

Die DIHK-Umfrage „Unternehmensnachfolge – die Herausforderung wächst“ steht hier zum Download bereit.