Unternehmerische Einsamkeit überwinden: ERFA-Gruppe nutzen

Häufig befinden sich Unternehmerinnen und Unternehmer in der Position des „Einzelkämpfers“, der „Einzelkämpferin“ – schwierigen Entscheidungsfragen stehen sie oft allein gegenüber. Das Konzept der ERFA-Gruppe kann an dieser Stelle Abhilfe schaffen, so die KMU-Berater.

Köln, 13.09.2017 – Unternehmerinnen und Unternehmen erleben sich oft als relativ einsam – es fehlt an Austauschpartnern zur Unternehmertätigkeit. Diese Erfahrung machen die Mitglieder des Verbandes „Die KMU-Berater – Bundesverband freier Berater e. V.“ immer wieder. Eine interessante Möglichkeit, die unternehmerische Einsamkeit zu durchbrechen, sind Erfahrungsaustauschgruppen (ERFA-Gruppen). In der aktuellen Ausgabe der „KMU-Berater News“ beschreiben Mitglieder des Verbandes das Konzept hinter diesen Gruppen und präsentieren best practice-Beispiele.

„Aus Erfahrung wird man klug“ überschreibt Thomas Thier, Vorsitzender der KMU-Berater, den Grundsatz der Zusammenarbeit in ERFA-Gruppen. Der entscheidende Erfolgsfaktor sei es, die eigenen Erfolge und Fehler offen in den Austausch einzubringen und aus denen der anderen Unternehmen zu lernen. Auch für Verbände, Einkaufsgenossenschaften, Kreditinstitute und Unternehmensnetzwerke seien ERFA-Gruppen ein sehr gutes Instrument, um Mitglieder und Kunden bei der Sicherung der Unternehmenszukunft zu unterstützen, so Thier.

Keine direkten Wettbewerber

Die klassische ERFA-Gruppe bringt Unternehmen aus einer Branche zusammen. Die Mitglieder einer branchenbezogenen ERFA-Gruppe dürfen dabei keine direkten Wettbewerber sein, so dass die Informationen untereinander ungehindert fließen können. KMU-Berater Edmund Cramer beschreibt den intensiven Austausch auf Basis der Zahlen der teilnehmenden Unternehmen im Sinne eines Betriebsvergleichs. Der Vergleich der Daten führt die Teilnehmer in die Verästelungen ihrer Unternehmen und bringt immer wieder Ansätze für Verbesserungen der Abläufe, der Marktbearbeitung und der Ergebnisse.

KMU-Berater Andreas Glandorf schildert die Breite der Themen in einer ERFA-Gruppe für Bäckerei-Filialbetriebe – von den Betriebszahlen über den Vertrieb und die Organisation bis zu Mitarbeiterführung und Strategie. „Wir können klar zeigen, dass die an einer ERFA-Gruppe teilnehmenden Unternehmen bessere Zahlen erwirtschaften als der Branchendurchschnitt“ sagt Glandorf.

Neben der branchenbezogenen ERFA-Gruppe haben sich auch branchen-übergreifende ERFA-Gruppen etabliert. KMU-Berater Carl-Dietrich Sander spricht von „Unternehmer-Austausch-Runde“. Er verweist darauf, dass die Themen der Unternehmensführung überwiegend nicht branchenbezogener Natur sind. Die Teilnehmer profitieren hier gerade davon, dass sie auch über den Tellerrand ihrer Branche hinausblicken. „Kleine Unternehmen profitieren von den Impulsen der größeren Unternehmen und auch umgekehrt“ erläutert Sander einen weiteren Aspekt der Arbeit in ERFA-Gruppen.

Großer Bedarf an Austausch

Wie die Gründung einer ERFA-Gruppe gelingen kann, schildert KMU-Beraterin Bärbel Wilgermein an zwei Beispielen von branchenübergreifenden Zusammenschlüssen. Ihre klare Erkenntnis: Der Bedarf an Austausch sei riesengroß ebenso wie der Nutzen.

Wie auch Beraterinnen und Berater selber vom Konzept der ERFA-Gruppen für ihr Beratungsgeschäft profitieren können, beschreibt KMU-Berater Joachim Berendt am Beispiel der „kollegialen Beratungsrunde“: Ein Berater schildert eine aktuelle Problemsituation und die anderen erfragen Hintergründe und tragen mögliche Lösungsansätze zusammen.

Diese Ausgabe der KMU-Berater News erscheint in Kooperation mit der Fachzeitschrift „NWB Betriebswirtschaftliche Beratung“. In der Ausgabe 09-2017 werden drei der Beiträge aus den KMU-Berater News in einer ausführlichen Langfassung veröffentlicht.

Einen Erfahrungsbericht können Sie hier kostenlos herunterladen.