Vorschläge für eine bessere KMU-Finanzierung

Deutschland und Österreich haben in der vergangenen Woche gemeinsame Vorschläge für eine bessere KMU-Finanzierung vorgestellt. Dazu kamen der Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, Matthias Machnig, und Staatssekretär Dr. Harald Mahrer aus dem Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft Österreich im EU-Wettbewerbsfähigkeitsrats zusammen.

Berlin, 05.10.2016 – Staatssekretär Matthias Machnig: „KMU sind die treibende Kraft für mehr Innovationen, Wettbewerb und Beschäftigung in Europa. Nur wenn ihr Zugang zu Finanzmitteln gesichert ist, können sie auch in Zukunft ihr Wachstums- und Innovationspotential entfalten. Deshalb muss die Finanzierung von KMUs im Fokus der europäischen Initiativen und Vorhaben stehen. Dafür haben wir heute gemeinsam mit Österreich konkrete Vorschläge gemacht.“

Staatssekretär Dr. Harald Mahrer: „Wir haben ein klares Ziel, mehr Tempo und Vereinfachungen bei der Finanzierung für unsere Unternehmen. Wir müssen einen Gang höher schalten, damit wir den Zug des Fortschrittes nicht verpassen. Dass das Thema heute auf der Agenda des Wettbewerbsfähigkeitsrates behandelt wurde, ist dafür ein wichtiger erster Schritt. Jetzt geht es um die rasche Umsetzung, an der wir gemeinsam weiter konsequent arbeiten werden.“

Zugang von KMU zu Finanzmitteln sichern

Ziel der gemeinsamen Initiative von Deutschland und Österreich ist es, die Kommission in ihren Bestrebungen zu unterstützen, den Zugang von KMU zu Finanzmitteln sicherzustellen. Für die Finanzierung von KMU sind in vielen europäischen Mitgliedstaaten, insbesondere auch Deutschland und Österreich, Bankkredite nach wie vor Hauptbestandteil ihrer Finanzierung. Zunehmend besteht jedoch insbesondere für technologieorientierte Gründungen ein Bedarf an alternativen Finanzierungsmitteln, wie Wagniskapitalfinanzierung.

Um die KMU-Finanzierung in Europa zu stärken, schlagen BMWi und BMWFW vor, insbesondere folgende Maßnahmen mit hoher Priorität zu verfolgen:

  • Die Beibehaltung des KMU-Unterstützungsfaktors, der im Zuge der europäischen Eigenkapitalverordnung zur Umsetzung von Basel III eingeführt worden war, und die Kapitalanforderungen für Kredite an KMU reduziert.
  • Die Ausweitung von EFSI, wie von Kommissionspräsident Juncker angekündigt.
  • Die zügige Umsetzung konkreter Maßnahmen in Zusammenhang mit dem Aktionsplan der Europäischen Kommission zur Kapitalmarktunion.
  • Die zügige Umsetzung von Maßnahmen zur Stärkung der Wagniskapital- und Beteiligungsfinanzierung in Europa, beispielsweise die Überarbeitung von EuVECA and EuSEF.
  • Der Abbau von Kosten und regulatorischen Hürden für KMU in ihrem Zugang zum Kapitalmarkt.

Die beiden Staatssekretäre schlagen als nächsten Schritt eine gemeinsame Sitzung des Wettbewerbsfähigkeitsrates und ECOFIN zu den eingebrachten Vorschlägen vor.

Den gemeinsamen Vorschlag können Sie hier (in englischer Sprache) abrufen.